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Bayerische Betriebs- und Personalrätekonferenz 2020

Whistleblowing als Handlungsfeld von Betriebs- und Personalräten

„Bitte schweigen Sie jetzt!“ Dieser Ausruf offenbart die betriebliche Realität von Hinweisgebenden (Whistleblowern) in Deutschland. Denn Menschen, die in ihrem Betrieb/in ihrer Dienststelle Missstände, Korruption und Betrug entdecken und melden, zahlen dafür oft einen hohen Preis. Es wird ihnen nicht gedankt, stattdessen müssen sich Whistleblower vor Mobbing, Kündigung oder vor dem Verlust ihres Rufes fürchten.

Gleichzeitig aber erwarten Arbeitgeber von ihren Beschäftigten, dass diese beispielsweise Fehlverhalten von Kolleginnen und Kollegen melden und drohen teilweise mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen bei Unterlassung - ein Widerspruch! Klare gesetzliche Regelungen gibt es hierzulande nicht. Und so urteilt auch der Whistleblowing-Report 2019: Der Schutz für Hinweisgebende in Deutschland ist unzureichend.

Ein gesellschaftliches Umdenken setzt nur langsam ein. Anlässe dafür gibt es genug - international, aber auch in Deutschland. Und so stellt sich ein Mensch, der gerade im Betrieb/in der Dienststelle einen Missstand entdeckt hat, die Frage: Zivilcourage - ja oder nein? Und zu welchem Preis? Mit diesem Konflikt und Widerspruch müssen Beschäftigte sowie Betriebs- und Personalräte zunehmend leben und umgehen.

Unsere Konferenz möchte Betriebs- und Personalräte für dieses Thema sensibilisieren, ihnen eine Orientierung im Umgang mit Whistleblowing geben und sie darin stärken, sich für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen.

Es werden u.a. folgende Fragen geklärt:

  • Wie gehen Unternehmen mit Missständen und Hinweisgebenden um?
  • Wie schätzen Betriebs-/Personalräte und Gewerkschaften die Situation ein?
  • Welche Interessen haben Arbeitgeber und Beschäftigte an betrieblichen Regelungen?
  • Welche Aufgaben und Rechte, welche Pflichten haben Betriebs-/Personalräte?
  • Was können Betriebs-/Personalräte dazu beitragen, Hinweisgebende im Betrieb/in der Dienststelle besser zu schützen?

  • Zielgruppe

    Betriebs-/Personalratsmitglieder, Mitglieder der Schwerbehindertenvertretung
  • Freistellung

    § 37 Abs. 6 BetrVG, Art. 46 Abs. 5 BayPVG, § 179 Abs. 4 SGB IX
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