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Bildschirmarbeit

Für über 21 Millionen Beschäftigte in Deutschland gehört Bildschirmarbeit zum beruflichen Alltag. Doch das stundenlange Sitzen vor dem PC birgt gesundheitliche Risiken. Es kann z.B. zum sogenannten „Mausarm“ führen, Nacken- und Schulterprobleme oder Beeinträchtigungen des Sehvermögens hervorrufen.

Die Neuregelungen im Anhang Nr. 6 (Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen) zur Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sollen vor solchen Gefahren schützen. Die bis zum 31.12.2016 geltende Bildschirmarbeitsverordnung ist größtenteils in der Anlage Nr. 6 der Arbeitsstättenverordnung aufgegangen.

Die Begriffe „Bildschirmarbeitsplatz“ und „Bildschirmgerät“ waren früher in § 2 BildscharbV beschrieben. Die neuen Definitionen finden sich nun in § 2 Abs. 5 und 6 ArbStättV.

Ein Bildschirmarbeitsplatz umfasst neben dem Bildschirmgerät auch die unmittelbare Arbeitsumgebung, die Einfluss auf die Arbeit mit dem Bildschirmgerät hat: z.B. Räumlichkeit, Beleuchtung, Lärm, Raumklima. Aber auch die Ausstattung wie Arbeitstisch, Bürostuhl, Tastatur, Maus, Drucker, Software etc. gehört zu einem Bildschirmarbeitsplatz.

Unter Bildschirmgeräten versteht man insbesondere Bildschirme zur visuellen Darstellung. Beispiele für Bildschirmgeräte sind PC-Monitore, Laptops (wenn sie regelmäßig an einem festen Arbeitsplatz eingesetzt werden), aber auch Mikrofilmlesegeräte oder Kassen mit Computermonitor.

Nach Ziffer 6.1 Abs. 1 des Anhangs der ArbStättV sind Bildschirmarbeitsplätze so einzurichten und zu betreiben, dass die Sicherheit und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten gewährleistet sind. Dabei sind z.B. die Grundsätze der Ergonomie auf die Bildschirmarbeitsplätze anzuwenden. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Tätigkeit an Bildschirmen durch andere Tätigkeiten und Erholungszeiten unterbrochen werden. Es muss auch ausreichend Raum für wechselnde Arbeitshaltungen und Bewegungen vorgesehen sein. Ebenso enthält Ziffer 6.1 des Anhangs der ArbStättV Anforderungen an die Arbeitsflächen und -tische, an die Beleuchtung, die Temperatur etc. Darüber hinaus sind in Ziffer 6.5 des Anhangs der ArbStättV die Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit von Bildschirmarbeitsplätzen aufgelistet.

Die Anforderungen an Bildschirme und Bildschirmgeräte sind in den Ziffern 6.2 bis 6.4 des Anhangs der ArbStättV aufgelistet. So müssen beispielsweise Text- und Grafikdarstellungen auf Bildschirmen entsprechend dem Sehabstand scharf und deutlich zu erkennen sein, das Bild muss flimmerfrei sein und darf keine Verzerrungen aufweisen, Helligkeit und Kontrast müssen individuell eingestellt werden können, die elektromagnetische Strahlung muss so niedrig gehalten werden, dass Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet sind, der Bildschirm muss frei und leicht dreh- sowie neigbar sein und über reflexionsarme Oberflächen verfügen. Die Tastatur muss bestimmte Eigenschaften aufweisen.

Jeder Arbeitgeber hat gemäß § 5 ArbSchG mithilfe einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Es sind insbesondere die Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens sowie körperlicher und psychischer Belastungen zu ermitteln.

Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ist der Betriebs- bzw. Personalrat zu beteiligen. Dem Betriebsrat steht bei der Festlegung der Einzelheiten der Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze das volle Mitbestimmungsrecht aus § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG zu, da die Regelungen des Arbeitsschutzes lediglich Rahmenregelungen sind, die im Betrieb ausgestaltet werden müssen (BAG vom 08.06.2004 – 1 ABR 13/03, NZA 2004, 1175 ff.). Das Gleiche muss wegen der fast wortgleichen Vorschrift in § 75 Abs. 3 Nr. 11 BPersVG und in den ebenfalls meist gleichlautenden Landespersonalvertretungsgesetzen auch für den Personalrat gelten. Allerdings gibt es hierzu noch keine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts.

Redaktioneller Stand: Oktober 2017

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