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Bildschirmarbeit

Für Millionen Beschäftigte in Deutschland gehört Bildschirmarbeit zum beruflichen Alltag. Doch das stundenlange Sitzen vor dem PC birgt gesundheitliche Risiken. Es kann zum Beispiel zum sogenannten Mausarm führen, Nacken-, und Schulterprobleme verursachen oder das Sehvermögen beeinträchtigen. Die Regelungen in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sollen vor solchen Gefahren schützen.

Ein Bildschirmarbeitsplatz umfasst laut Arbeitsstättenverordnung neben dem Bildschirmgerät auch die unmittelbare Arbeitsumgebung, die Einfluss auf die Arbeit mit dem Bildschirmgerät hat. Dazu gehören die Räumlichkeit, Beleuchtung, Lärm und das Raumklima genauso wie die Ausstattung mit Arbeitstisch, Bürostuhl, Tastatur, Maus, Drucker und Software.

Unter Bildschirmgeräten versteht man insbesondere Bildschirme zur visuellen Darstellung. Beispiele für Bildschirmgeräte sind PC-Monitore, Notebooks und Laptops (wenn sie regelmäßig an einem festen Arbeitsplatz eingesetzt werden), aber auch Mikrofilmlesegeräte oder Kassen mit Computermonitor.

Laut Arbeitsstättenverordnung sind Bildschirmarbeitsplätze so einzurichten und zu betreiben, dass sie die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit der Beschäftigten gewährleisten. Dabei müssen die Grundsätze der Ergonomie an den Bildschirmarbeitsplätzen berücksichtigt werden. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Tätigkeit am Bildschirm durch andere Aufgaben und Erholungszeiten unterbrochen wird. Er muss zudem ausreichend Raum für wechselnde Arbeitshaltungen und -bewegungen vorsehen. Weitere Anforderungen stellt die ArbStättV an Arbeitsflächen und -tische, an Beleuchtung und Temperatur. Darüber hinaus listet die Verordnung Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit von Bildschirmarbeitsplätzen auf.

Text- und Grafikdarstellungen auf Bildschirmen müssen scharf und deutlich zu erkennen sein, Helligkeit und Kontrast individuell einstellbar sein. Das Bild darf weder flimmern noch verzerrt sein, die elektromagnetische Strahlung die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährden. Der Bildschirm muss frei und leicht dreh- sowie neigbar sein und über reflexionsarme Oberflächen verfügen. Die Tastatur muss bestimmte Eigenschaften aufweisen.

Jeder Arbeitgeber hat mithilfe einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind (§ 5 ArbSchG). Das gilt insbesondere hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens sowie für körperliche und psychische Belastungen.

Bei der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber den Betriebs- oder Personalrat beteiligen. Dem Betriebsrat steht bei der Festlegung der Einzelheiten der Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze das volle Mitbestimmungsrecht gemäß Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) zu, da die Regelungen des Arbeitsschutzes lediglich Rahmenregelungen sind, die der Betrieb ausgestalten muss (§ 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG und BAG vom 08.06.2004 – 1 ABR 13/03). Das Gleiche gilt auch in der fast wortgleichen Vorschrift des Bundespersonalvertretungsgesetzes (BPersVG) und in den ebenfalls meist gleichlautenden Landespersonalvertretungsgesetzen (§ 75 Abs. 3 Nr. 11 BPersVG). Allerdings gibt es hierzu noch keine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts.

Redaktioneller Stand: April 2019

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