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Entgeltfortzahlung – Anspruch auf Sonn- und Feiertagszuschläge im Krankheitsfall

Leider für viele Normalität: Arbeiten an Sonn- und Feiertagen. Ein kleiner Trost sind dabei die Sonn- und Feiertagszuschläge. Aber was ist bei Krankheit? Bleibt dann der Anspruch darauf bestehen?

Generell besteht bei Arbeitsunfähigkeit ein sechswöchiger Anspruch auf Lohnfortzahlung (§ 3 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz). Nach dem Entgeltausfallprinzip wird die ausgefallene regelmäßige Arbeitszeit bezahlt.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) sagt dazu, dass „die Entgeltfortzahlung für wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit ausgefallene Feiertagsarbeit die entsprechenden Zuschläge mit einschließt, gleiches gilt für Sonntagszuschläge“ (BAG vom 14.01.2009 – 5 AZR 89/08).

Sonn- und Feiertagszuschläge sind also dann zu zahlen, wenn der erkrankte Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin an den entsprechenden Sonn- bzw. Feiertagen hätte arbeiten müssen.

Beispiel: Ein Schichtarbeiter ist an einem Sonntag eingeteilt, ist am Wochenende aber krank. Er hat Anspruch auf alle in dieser Schicht anfallenden Zulagen.

Beschäftigte sollten ihre Gehaltsabrechnung also gleich prüfen und gegebenenfalls ihre Ansprüche beim Arbeitgeber geltend machen, wenn Zuschläge nicht berücksichtigt worden sind.

Diese Regelung schließt nicht alle Leistungen ein. Es geht laut BAG nur um solche, die an die Erbringung der Arbeitsleistung in einem bestimmten Zeitabschnitt gekoppelt sind. Gibt es Leistungen, die davon unabhängig aus besonderem Anlass gezahlt werden, müssen Arbeitgeber diese nicht bei der Entgeltfortzahlung berücksichtigen. Ein Beispiel dafür ist die Zahlung einer reinen Anwesenheitsprämie.

Sind in einem Tarifvertrag Sonderregelungen vereinbart, können Ansprüche auf Sonn- und Feiertagszuschläge entfallen.

Redaktioneller Stand: März 2019

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