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Homeoffice

Wie auch andere flexible Arbeitszeitmodelle erfreut sich das Homeoffice einer immer größer werdenden Beliebtheit. Doch Vorsicht: Grundsätzliches dazu sollte immer im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung geregelt sein.

Als „Homeoffice“ oder auch „Telearbeit“ wird eine Arbeitsform bezeichnet, bei der Beschäftigte ihre Aufgaben vollständig oder zum Teil nicht an einem von ihrem Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Arbeitsplatz verrichten, sondern an einem anderen Ort, zumeist zu Hause. Die kommunikative Anbindung an den Arbeitgeber erfolgt mittels Telefon und Internet.

Es gibt keine gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Ausgestaltung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes. Daher muss in der betrieblichen Praxis bei aufkommenden Fragen zunächst geschaut werden, ob eine arbeitsvertragliche Regelung oder eine Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung besteht.

Wenn das nicht der Fall sein sollte, besteht kein Anspruch auf die Einrichtung eines solchen Homeoffice-Arbeitsplatzes. Soll eine Möglichkeit für die Beschäftigten geschaffen werden, einen Teil der Arbeitszeit oder bestimmte Arbeiten von zu Hause aus zu verrichten, wird der Abschluss einer Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung unbedingt empfohlen.

Das Arbeitszeitmodell Homeoffice gilt als familienfreundlich und ermöglicht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen besser zu organisieren. In Zeiten des Fachkräftemangels wird die flexible Arbeitszeitgestaltung durch die Unternehmen aber auch im Kampf um die besten Arbeitskräfte eingesetzt.

Ohne detaillierte Vereinbarungen sind jedoch Schwierigkeiten vorprogrammiert. Denn das Homeoffice basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Der Arbeitgeber muss sich auf die Selbstdisziplin und Zuverlässigkeit seiner Mitarbeiterin oder seines Mitarbeiters verlassen können. Im Gegenzug möchten Arbeitnehmer/-innen sichergestellt wissen, dass sich das Homeoffice nicht negativ auf ihr berufliches Fortkommen auswirkt.

Eine wichtige Frage stellt sich bezüglich der Kosten, die bei der Errichtung und natürlich auch durch die Nutzung des Homeoffice-Arbeitsplatzes entstehen.

Nutzt der Arbeitnehmer z.B. vorhandene technische Geräte, kann der Arbeitgeber nach § 670 BGB verpflichtet sein, sich an den Kosten zu beteiligen. Es gilt der Grundsatz, dass derjenige, der im Interesse eines anderen Aufwendungen hat, einen entsprechenden Ersatzanspruch hat. Es handelt sich jedoch immer um eine Einzelfallbetrachtung. So hat z.B. das BAG in einem Fall (Urteil vom 12.04.2011 – AZR 14/10, AP-Newsletter 2011, 125) entschieden, dass ein Lehrer keinen Ersatz seiner Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer verlangen kann. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass der Arbeitgeber ihm keinen Ort für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts vorgegeben hat, sondern ihm anheim gestellt hat, die Räumlichkeiten in der Schule zu nutzen.

Es gibt also keine allgemeinverbindlichen Regelungen, weshalb der Abschluss einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung unbedingt anzuraten ist. Hierin sollte dann auch festgelegt werden, dass bei einer Neuanschaffung der Arbeitgeber für die Anschaffung der Geräte sorgen und die Kosten übernehmen muss. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass es sich dann um Gegenstände handelt, die im Eigentum des Arbeitgebers stehen und nur nach Absprache auch privat genutzt werden dürfen.

Auch für eventuelle Telefon- und Internetverbindungskosten sollte eine Regelung getroffen werden, sofern das Telefon bzw. der Internetanschluss beruflich genutzt werden muss. Wichtig ist, dass dabei auch die Regelungen des Datenschutzes beachtet werden.

Verursacht die/der Beschäftigte an den vom Arbeitgeber bereitgestellten Geräten im Rahmen ihrer/seiner Tätigkeit einen Schaden, gelten die allgemeinen Grundsätze der Arbeitnehmerhaftung. Es handelt sich immer um eine Einzelfallbetrachtung. Im Grundsatz gilt dabei folgende Dreiteilung:

  • Bei Vorsatz haftet die/der Arbeitnehmer/-in grundsätzlich allein.
    So liegt z.B. ein Fall von Vorsatz vor, wenn der Arbeitnehmer bewusst und gewollt einen Schaden am Computer verursacht, ihn z.B. gegen die Wand wirft.
  • Bei mittlerer Fahrlässigkeit erfolgt eine quotale Haftung.
    Mittlere Fahrlässigkeit ist z.B. gegeben, wenn ein Glas Wasser in sicherer Entfernung abgestellt und versehentlich umgeworfen wurde. Wie hoch der Haftungsanteil ist, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Unter anderem werden die Schadenshöhe und das Schadensrisiko sowie Art und Schwierigkeit der Tätigkeit berücksichtigt.
  • Bei leichter Fahrlässigkeit haftet die/der Arbeitnehmer/-in grundsätzlich nicht.
    Bei leichter Fahrlässigkeit handelt es sich um Schäden, die grundsätzlich jedem bei sorgfältiger Arbeit passieren können. So z.B., wenn der Laptop durch einen Virus zerstört wird, obwohl sämtliche Schutzmaßnahmen (Anti-Viren-Programm) getroffen wurden.

Im Hinblick auf Schäden, die nicht im Rahmen der Berufsausübung entstehen, sind viele Fälle denkbar, in denen im privaten Bereich oder durch den Einfluss Dritter ein Schaden entstehen kann. Man denke hierbei nur an Schäden durch Kinder, Ehepartner oder auch durch Einbrecher. Hier kommen die allgemeinen zivil- und strafrechtlichen Vorschriften zur Anwendung.

Der Arbeitgeber hat kein Zutrittsrecht zur Wohnung der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers. Dies gilt auch dann, wenn er die Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt hat. Ein Betreten der Wohnung ist nur im Einvernehmen möglich. Ist beispielsweise eine regelmäßige Wartung technischer Geräte erforderlich, sollte ein Zugangsrecht vertraglich oder in einer Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung geregelt werden.

Die Regelungen des Arbeitsschutzes gelten grundsätzlich auch im Homeoffice. So müssen insbesondere das Arbeitszeitgesetz, die Arbeitsstättenverordnung sowie die Bildschirmarbeitsverordnung eingehalten werden.

Für die Tätigkeit im Homeoffice gelten zwar grundsätzlich auch die allgemeinen Regelungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Nach Auffassung des Bundessozialgerichts (Urteil vom 05.07.2016 – AZR B 2 U 2/15 R) trägt der Arbeitnehmer jedoch das Risiko, in der Privatwohnung einen Unfall zu erleiden. Das hat das Bundessozialgerichts (BSG) z.B. in dem Fall einer Arbeitnehmerin entschieden, die sich in der Küche ein Glas Wasser holen wollte und dabei gestürzt ist. Das BSG hat einen Arbeitsunfall abgelehnt.

Redaktioneller Stand: August 2016

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